[Bild: Pegasus-Titelbild]

Das Projekt PEGASUS

Die technische Umsetzbarkeit von hochautomatisierten Fahrfunktionen konnte in zahlreichen Forschungs- und Entwicklungsprojekten durch den Aufbau von Prototypen gezeigt werden. Ebenso wurden in jüngster Vergangenheit auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung automatisierter Fahrfunktionen im normalen Straßenverkehr geschaffen. Bevor die Prototypen für das hochautomatisierte Fahren (HAF) den Weg in Serienfahrzeuge finden, muss jedoch nachgewiesen werden, dass sie nach gesellschaftlich akzeptierten Maßstäben ausreichend sicher sind.

Für den Nachweis der Funktionssicherheit von Fahrerassistenzsystemen ist es notwendig, die Funktionsfähigkeit der automatisierten Fahrfunktion in einer hohen Anzahl an Verkehrsszenarien zu testen. Würde man diesen Nachweis im realen Verkehr erbringen wollen, entstünde ein immenser Kosten- und Zeitaufwand. Statistische Überlegungen schätzen diesen Aufwand basierend auf der geringen Auftretenshäufigkeit von tödlichen Unfällen im Straßenverkehr auf 100 Millionen bis 1 Milliarde zurückzulegender Testkilometer. Neben der Länge dieser theoretisch erforderlichen Strecke für den Absicherungsnachweis im realen Straßenverkehr legt die Tatsache, dass für jede Anpassung am Systemdesign einer hochautomatisierten Fahrfunktion ein erneuter Nachweis geführt werden müsste, nahe, dass neue Wege für die Funktionsabsicherung gefunden werden müssen.

Hier gibt es daher noch einen enormen Forschungsbedarf, um hochautomatisierte Fahrzeuge schnell und sicher zur Marktreife zu bringen. Die deutsche Automobilindustrie ist sich einig, dass für die Absicherung und Freigabe höherer Automatisierungsgrade ein einheitliches Vorgehen im Bereich Test und Erprobung notwendig ist.

Daher haben sich im Projekt PEGASUS Automobilunternehmen, Zulieferer, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen.

PEGASUS wird bis Mitte 2019 für das Erproben und die Freigabe automatisierter Fahrfunktionen ein allgemein akzeptiertes und einheitliches Vorgehen entwickeln. Die 17 Projektpartner aus Wissenschaft und Wirtschaft definieren hierfür den Stand der Technik zur Absicherung des hochautomatisierten Fahrens und demonstrieren die Entwicklung praxisnah anhand des Autobahn-Chauffeurs, der das Fahren auf der Autobahn hochautomatisiert übernimmt.

PEGASUS-Hauptziele im Überblick

  • Definition eines einheitlichen Vorgehens beim Testen und Erproben automatisierter Fahrzeugsysteme in der Simulation, auf Prüfständen und in realen Umgebungen.
  • Entwicklung einer durchgängigen und flexiblen Werkzeugkette zur Absicherung des automatisierten Fahrens.
  • Integration der Tests in die Entwicklungsprozesse bereits zu einem frühen Zeitpunkt.
  • Schaffung einer herstellerübergreifenden Methode zur Absicherung hochautomatisierter Fahrfunktionen.

Unser Beitrag

Im Projekt PEGASUS entwickelt die fka eine Datenbank, mit deren Hilfe relevante Verkehrsszenarien für die Absicherung nutzbar gemacht werden. Hierzu werden Daten aus unterschiedlichen Quellen (Feldversuche, Unfalldatenbanken, Simulation, etc.) zunächst harmonisiert und anschließend mit einer einheitlichen Prozesskette weiterverarbeitet. Auf diese Weise können Testspezifikationen für die Freigabe von hochautomatisierten Fahrfunktionen basierend auf einer Clusteranalyse der in den Datenquellen enthaltenen konkreten Szenarien abgeleitet werden.

Das übergeordnete Ziel der Datenbank ist die Sammlung von relevanten Szenarien, die beim „Freifahren“ einer Funktion durch eine hohe Anzahl an Testkilometern zustande kommen, um so den Nachweis der Funktionssicherheit sehr viel effizienter führen zu können. Mithilfe der Datenbank müssen diese Szenarien im Absicherungsprozess nicht jedes Mal neu erzeugt, sondern können direkt in geeigneten Versuchsumgebungen hinsichtlich der Wirkung der hochautomatisierten Fahrfunktion analysiert werden.

Halbzeitevent & Symposium

Am 8. und 9. November 2017 fand am Institut für Kraftfahrzeuge (ika) in Aachen das Halbzeitevent und ein internationales Symposium statt, bei dem alle Projektpartner ihre Zwischenergebnisse präsentierten. Zu Gast in Aachen war ein internationales Fachpublikum im Themenfeld der Absicherung des Automatisierten Fahrens, das sich über die aktuellen Projekttätigkeiten informierte und diese diskutierte. Aufgrund der hohen Besucherzahl aus Industrie und Forschung, der interessanten Fachvorträge und des angeregten Meinungsaustauschs war die Veranstaltung ein großer Erfolg. Die fka zeigte dabei anhand eines Beispiels anschaulich, wie die Verarbeitungskette der Datenbank funktioniert und wie dieser Prozess durch Projektpartner genutzt werden kann.

Impressionen

Prüfstände

Ihr Ansprechpartner

Your contact

[Foto: Adrian Zlocki]

Bereichsleiter Automatisiertes Fahren
Dr.-Ing. Adrian Zlocki

Department Manager Automated Driving
Dr.-Ing. Adrian Zlocki

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Telefon: +49 241 80 25616

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